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Das ist doch alles, was zählt.

Es ist schon seltsam, wie Städte sich verändern, und dank Corona nochmal mit dazu, und es ist erstaunlich, wie wenig man noch an einer Stadt innerlich hängt, ihr verbunden bzw. eben nicht mehr verbunden ist, wenn die Jahre dahin gehen. War ich früher so sehr gerne in meiner Heimatstadt Stuttgart gewesen, so gibt mir das heute gar nichts mehr. Mein letzter Besuch dort war vor zwei Jahren, ziemlich genau, schon damals wurde mir diese Erkenntnis klar, und gestern nun wieder einmal, mit Sohn, der mich dahin entführte. Aber die Stadt hat sich verändert, viele der alten Läden gibt es gar nicht mehr, sogar mehrere Bäcker (ich wollte mir eine Laugenbrezel kaufen) waren nicht mehr da, wo man sie immer gefunden hatte. Dazu massig Baustellen, komplett geschlossene, aufgegebene Läden, viele Menschen. Maske auf, Maske ab. Es war mehr Streß als Freude, aber dennoch war mein Mutterherz voller Liebe und Dankbarkeit für den Sohn, der mir diesen kleinen Ausflug ermöglicht hatte. Und das ist doch alles, was zählt. Jedenfalls wurde mir einmal mehr klar, daß ich Stuttgart als die Stadt meiner vergangenen, verklärten Gefühle nicht mehr brauche. Das kleine Städtchen hier vor Ort genügt mir vollends. Und was ich dort nicht bekomme, finde ich in der großen weiten Welt des Internets. Traurig, aber wahr. Selbst in Stuttgart findet man viele Dinge nicht oder nicht mehr (allein drei Comic-Läden spurlos verschwunden) … Jedenfalls war es dennoch ein schöner Tag gestern, einer, der sich in die Reihe derer einfügt, an die man sich mit glücklichem Muttergefühl erinnern wird. Gemeinsam verbrachte Zeit.

Nickname 22.07.2021, 07.07

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Liz

Bei mir ist es eher gegenteilig! War mein Gefühl für meine Heimatstadt eher durch viele negative Erfahrungen und Erinnerungen getrübt, so hat es sich mit Verarbeitung der Erinnerungen jetzt völlig ins Gegenteil verändert.
Jetzt versuche ich meine frühere Heimat neu kennen zu lernen und liebe Vieles und finde es schön!

Liebe Grüße


vom 25.07.2021, 15.27
4. von Sonja

Ist doch schön, dass Du trotzdem dankbar sein kannst, auch wenn Du festgestellt hast, dass Dir Deine Heimatstadt nichts mehr bringt. Ich lebe noch immer in der Stadt, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Aber bei mir war nie eine tiefe Verbundenheit da. Sicherlich hat Duisburg auch seine schönen Ecken. Und ich verbinde auch einige schöne Erinnerungen mit dieser Stadt. Aber im Großen und Ganzen mag ich Duisburg nicht. Ich bin ein Kind der Küste. Da ist meine wahre Heimat. Da fühlt sich mein Herz wohl :)

Liebe Grüße von Sonja

vom 22.07.2021, 11.52
3. von 19sixty

Es ist die gemeinsam verbrachte Zeit, die zählt. Egal wo.

Alle Städte verändern sich. Besonders die kleinen Läden verschwinden mehr und mehr, aber auch große Warenhäuser verschwinden. Früher machte ich gerne einen Schaufensterbummel, heute geht man an vielen leerstehenden Ladenlokalen vorbei, bevor wieder ein gestaltetes Schaufenster kommt.

Ich kenne Stuttgart nicht, kann mir aber vorstellen, dass es dort extrem ist, wegen Stuttgart 21.

Liebe Grüße

vom 22.07.2021, 10.16
2. von Ocean

Oh ja, das ist wundervoll, dass du diesen Tag mit deinem Sohn verbringen konntest - solche Tage sind ganz besonders kostbar.

Stuttgart ist ja auch Teil meiner Vergangenheit ... Jahrzehnte ist es her, und nach deinen Beschreibungen würde ich es vermutlich überhaupt nicht wiedererkennen ..war Ewigkeiten lang nicht mehr dort. Irgendwann mal ganz kurz- nur gezielt in einem Laden - habe nicht viel vom "Rest" gesehen.

Ja, leider "sterben" immer mehr Geschäfte ..das hat schon vor Corona angefangen, und währenddessen ist es dann noch schlimmer geworden. Alles verändert sich - übrig bleiben nur die nostalgischen Gefühle, die dann von der Realität eingeholt werden. Schade irgendwie ...

Viele liebe Grüße zu dir, hab einen schönen Donnerstag :)

Ocean

vom 22.07.2021, 08.42
1. von Morgentau

Leider konnte ich deine Beobachtungen auch in anderen Städten machen. Vielleicht wird es ja irgendwann mal wieder richtig schön, wenn die vielen Baustellen endlich verschwinden und man sehen kann, was Stadtplaner und Architekten für Visionen hatten. Ob sie uns gefallen? Lassen wir uns überraschen. Jedenfalls finde ich das Sterben der kleinen Läden so traurig. Hoffentlich ändert es sich dann auch.

Es freut mich, dass du dennoch so einen schönen Tag mit deinem Sohn hattest, liebe Ellen. Genau, das ist doch eigentlich alles, was zählt.

Ein lieber Gruß
Andrea

vom 22.07.2021, 08.34
  
  
 
   
Coffee and Words

 

Was ist schon ein Wort.

Eine Aneinanderreihung von Buchstaben.

Seltsame Schnörkel aufeinander folgend.

Kaffee, ja, Kaffee ist lebenswichtig.

Mit Milch und Zucker. Schön süß.

Das Leben versüßen.

Gemütlich dasitzen,

den heißen Kaffeebecher in der Hand.

Und die Gedanken laufen lassen. Irgendwohin.

Sollen sie doch!

Was sind schon Gedanken.

Vielleicht so etwas ähnliches wie Worte.

Sie kommen und gehen von alleine.

Okay, eher bleiben sie.

Ich könnte die Gedanken in Worte fassen.

Und sie ein bißchen in den heißen Kaffee tauchen.

Dann erschrecken sie.

Dann gehen sie vielleicht. Tschüß!

Oder ich gebe ihnen einen Platz. Keinen Raum.

Raum haben sie in meinem Kopf genug.

Raus aus meinem Kopf. Rein in das Blog.

Raus aus meinem Kaffee!

    

  

   

   

Was ich mag?

Stundenlang mit dem Löffel im Kaffeebecher kreisen.
Erst kommt der Zucker, dann die Milch in den Kaffee.
Und der Löffel bleibt beim Trinken in der Tasse!
Schon ein bißchen umständlich?
Was mag ich noch?
Schöne Worte, so wie früher.
Kein modernes Deutsch.
Schon gar kein ... wie sagt man? Denglisch?
Altmodisch könnte man das nennen.
Einfache, klare, deutliche Worte.
Fremdworte? Nö. Konnte ich noch nie leiden.
Vielleicht hatte ich auch Angst,
sie falsch einzusetzen.
Ich mag aber sowas von gar nicht Sprechen.
Ich schreibe lieber.
Oder ich habe geschrieben.?Früher.
Ist mir irgendwann und irgendwo
abhanden gekommen.
Wer sucht, der findet. Oder?
Vielleicht finde ich es wieder.
Das Schreiben.
Die Worte.
Fange ich doch einfach
mit Buchstaben an.
Schön aneinanderreihen.
Wie hübsch sie dastehen!
Geht doch!