Nicht umsonst bin ich inzwischen zum Mops mutiert.

Es ist schon übel, wie einem Schmerzen das Leben verleiden können. Ich denke ja immer, ich habe genug Schmerzen in meinem Leben (Kopf, Rücken usw.), aber nein, nun kommen seit rund einer Woche noch Zahnscherzen dazu. Selbst die Zahnärztin konnte nicht wirklich helfen, und ich fühle mich schuldig, weil ich nicht zu 100 % genau sagen kann, ob Zahn a oder Zahn b derjenige ist, der mich so quält. Was erwarten denn die Ärzte? Beim Röntgen muß man dies seltsame Teil im Mund haben und das bringt einen leicht an seine Grenzen … möchte ich nicht näher ausführen jetzt hier … Jedenfalls war nicht wirklich deutlich erkennbar, was nun mein Problem ist. Vielleicht doch wieder eine Zahnfleischentzündung, aber hätte das die Gute nicht erkennen müssen? Eine Behandlung dahingehend wurde gemacht, okay, kenne ich alles schon, aber geholfen hat es auch nichts. Morgen habe ich nochmal einen Termin, aber bei jedem Essen, Trinken und Zähneputzen gehe ich an die Decke. Die Schmerzen halten dann weiter an, minutenlang oder stundenlang, danach beruhigt es sich etwas, aber nur, solange ich nicht wieder esse und trinke, was ich aber ja mache … (Ich bin eh ein verfressenes Monster und esse auch aus Frust, Kummer und allen sonstigen Gründen. Nicht umsonst bin ich inzwischen zum Mops mutiert, ist mir aber egal, ich darf sein, wie ich bin.)

Dabei gibt es gerade ein paar schöne Momente, die ich zu erleben habe, denn am Sonntag kam kurz das Enkelmädchen mit Familie vorbei. Und kommendes Wochenende feiert Sohn seinen Geburtstag und wir fahren natürlich hin, ich backe dann auch einen Kuchen, aber wenn das mit den Zahnschmerzen so weitergeht, ist meine Laune nicht die beste.

Migräne, seelische Probleme usw. … man sieht sie nicht. Zahnschmerzen sieht man auch nicht. Manchmal wäre ich froh, ich hätte Probleme, die man sehen könnte, damit die Menschen einem glauben. Dumme Bemerkungen oder Zweifel von Seiten entsprechender Personen können einen Menschen noch mehr in Not bringen. Selbst der Therapeut sagte vor 20 Jahren, er müsse mir glauben, was ich erzähle, weil man es ja nicht sehen kann. Tja. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Wie oft habe ich mich mies und auch schuldig gefühlt oder gespürt, daß die Menschen reagieren, als hätten sie Zweifel an meinen Schmerzen. Kein Wunder wird man dann auch oftmals immer in-sich-gekehrter und stummer. Und einsamer. Man wird aber auch sensibel für Menschen in Not, die leiden und denen ebenfalls manche Menschen zweifelhaft gegenüber stehen. Schon meine Mutter litt jahrzehntelang an schlimmster Migräne. Wie ich. Auch bei ihr habe ich erlebt, daß so mancher zeigt, was er denkt, sie würde übertreiben …

Nickname 27.07.2021, 07.06| (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Es gibt immer einen Grund für Kekse.

Es fällt mir immer sehr schwer, das Leben zu genießen, wenn ich gesundheitlich so oft und fies ausgeknockt bin. Am Freitag war mir so sehr nach Marmorkuchen, aber es ging mir elend und ich konnte nicht Backen. Gestern, Samstag, machte ich dann Muffins, Marmorkuchen-Muffins, denn ein ganzer Kuchen wäre für uns Zwei einfach zu viel. Ich friere zwar gerne Kuchenstückchen ein, aber ich habe nur 1 1/2 Gefrierschubladen, das ist viel zu wenig. Ich möchte dringend mal noch einen kleinen extra Gefrierschrank, allerdings ist im Keller nur sehr, sehr wenig Platz. Das ist halt der Nachteil, wenn man nur in einer Dachwohnung wohnt, wo Platz sowieso Mangelware ist. In den Häusern, in denen wir zuvor gewohnt haben als Familie, war viel mehr Platz, allerdings auch viel mehr Platz, um Unsinniges anzuhäufen. Hat alles Vor- und Nachteile. Ich habe viele Dinge reduziert beim letzten Umzug, aber natürlich kamen auch ein paar neue Teile wieder dazu.

Jetzt freue und hoffe ich auf meine neue Küche, die ich mir seit Jahren wünsche. Kein Luxus, aber doch sehr viel praktischer und auch schöner als die, die in dieser Wohnung schon drin war und die wir übernehmen mußten, weil wir einfach weder Zeit noch Geld hatten, eine andere zu kaufen oder unsere eigene, damalige mitzunehmen und anzupassen. Zeit und Geld ist auch weiterhin das Problem, ich hoffe sehr, der Schreiner kann mir diesen Wunsch nach fünf Jahren hier in dieser Wohnung doch mal endlich erfüllen. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr, bevor die Adventsbäckerei beginnt. So der Plan. Jaja, ich weiß, der Mensch macht Pläne, über die jemand anderes lacht. Gott oder das Schicksal, wer auch immer es ist.

Heute wollen wir nochmal Essen gehen, es soll allerdings ab Mittag Unwetter geben, das könnte ja noch warten, oder harmloser ausfallen, bitte. Beim Wort Unwettergefahr bekommt man so langsam wirklich Angstzustände. Wenn ich überlege, wie sehr ich Winter und Schnee mag, und wie man nun bei diesen Wetterextremen Angst bekommen muß, es könnte mal sooo viel Schnee geben, daß nicht mal die Dächer es mehr aushalten und tragen können? Früher hätte man darüber gelacht, aber nach allem, was so passiert überall, vergeht einem das Lachen. Und man weiß nicht mehr, wo und wie man sicher ist in seinem Zuhause. Das ist etwas, das mir wirklich gerade zu schaffen macht. Alles zu verlieren, oder auch jämmerlich sterben zu müssen während einer Katastrophe. Klar, auch durch Krankheit kann man langsam dahin sterben, das graust mir genauso. Vor dem Tod an sich habe ich keine Angst. Was soll das schon sein? Ich war vor diesem Leben auf der Erde irgendwo (oder nirgends) und werde nach diesem Leben wieder dort sein. Oder ein Nichts sein. Aber das Sterben, an sich, das macht mir Angst.

Denken wir lieber an das Schöne heute. Auch wenn gesundheitlich der Tag genauso mies ist wie viele andere. Durchhalten, es aushalten, und die schönen Momente des Tages in mir aufsaugen, so gut es geht. Am Nachmittag will der Sohn mit Familie kurz vorbei kommen auf der Heimfahrt von einem Besuch, ein Grund, noch schnell Kekse zu backen. Es gibt immer einen Grund für Kekse. 

Nickname 25.07.2021, 09.21| (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Der einzige wichtige Tag im Leben ist immer der heutige.

Irgendwie fällt es mir noch schwer, einfach so dazusitzen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Vielleicht bin ich es auch nicht mehr gewohnt. Früher war das Schreiben anders, weil ich selbst anders war, und weil ich die Welt anders wahrnahm. Man wird älter und macht seine Erfahrungen. Mit sich selbst, mit den Menschen, der Welt, dem Leben. Da ist es nicht mehr so wie anno dazumal. Man sehe sich die Kinder an, wie unbeschwert die fast immer sind, wie sie das Leben leben, ohne sich Gedanken zu machen. Jedenfalls die Kleinen. Ist man erstmal erwachsen und muß auch Verantwortung tragen, sieht alles schon anders aus. Trotzdem geht an jedem neuen Tag morgens die Sonne draußen auf. Ob sie innen drinnen auch aufgeht, im Herzen, in der Seele, steht auf einem anderen Blatt. Ich weiß jedoch von mir, daß ich immer versuche, das Beste zu geben. Das Beste zu tun. Und auch immer besser lerne, das Beste mir selbst zu gönnen. Und wenn es mir noch so schlecht geht, gesundheitlich, stehe ich morgens im Bad und dusche, schminke mich, ziehe mich an, mache mich bereit für einen weiteren Tag. Selbst in Zeiten von Lockdown und Zuhause-Bleiben-Müssen gab es keinen Tag, an dem ich nicht zu Kajal und Wimperntusche gegriffen hätte. Weil ich es für mich tue, für mein Wohlbefinden, nicht für die Gesellschaft bzw. den Druck von außen. Es hilft mir auch, eine Stabilität zu haben, was immer auch ist. Der einzige wichtige Tag im Leben ist immer der heutige. Was war, kommt niemals wieder zurück. Was noch kommen wird, weiß niemand.

Nickname 23.07.2021, 06.41| (8/2) Kommentare (RSS) | PL

Das ist doch alles, was zählt.

Es ist schon seltsam, wie Städte sich verändern, und dank Corona nochmal mit dazu, und es ist erstaunlich, wie wenig man noch an einer Stadt innerlich hängt, ihr verbunden bzw. eben nicht mehr verbunden ist, wenn die Jahre dahin gehen. War ich früher so sehr gerne in meiner Heimatstadt Stuttgart gewesen, so gibt mir das heute gar nichts mehr. Mein letzter Besuch dort war vor zwei Jahren, ziemlich genau, schon damals wurde mir diese Erkenntnis klar, und gestern nun wieder einmal, mit Sohn, der mich dahin entführte. Aber die Stadt hat sich verändert, viele der alten Läden gibt es gar nicht mehr, sogar mehrere Bäcker (ich wollte mir eine Laugenbrezel kaufen) waren nicht mehr da, wo man sie immer gefunden hatte. Dazu massig Baustellen, komplett geschlossene, aufgegebene Läden, viele Menschen. Maske auf, Maske ab. Es war mehr Streß als Freude, aber dennoch war mein Mutterherz voller Liebe und Dankbarkeit für den Sohn, der mir diesen kleinen Ausflug ermöglicht hatte. Und das ist doch alles, was zählt. Jedenfalls wurde mir einmal mehr klar, daß ich Stuttgart als die Stadt meiner vergangenen, verklärten Gefühle nicht mehr brauche. Das kleine Städtchen hier vor Ort genügt mir vollends. Und was ich dort nicht bekomme, finde ich in der großen weiten Welt des Internets. Traurig, aber wahr. Selbst in Stuttgart findet man viele Dinge nicht oder nicht mehr (allein drei Comic-Läden spurlos verschwunden) … Jedenfalls war es dennoch ein schöner Tag gestern, einer, der sich in die Reihe derer einfügt, an die man sich mit glücklichem Muttergefühl erinnern wird. Gemeinsam verbrachte Zeit.

Nickname 22.07.2021, 07.07| (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Glücksmoment.



Nickname 21.07.2021, 13.05| (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Ich kann mich selbst auch nicht veräppeln.

Gestern hatte ich mich körperlich im Haushalt so ausgepowert, daß ich heute fix und fertig bin. Also habe ich nur das Nötigste gemacht. In meinem Innenleben ist schon wieder Hab Acht angesagt, denn ich bin morgen eingeladen, etwas zu unternehmen. Ob das zustande kommt, weiß ich noch nicht, aber mein Körper spinnt bereits, seit er die Einladung mitbekommen hat. Ich hasse mich selbst dafür, und ich weiß, daß man das aushalten muß, denn sich für immer und ewig zu verkriechen in der eigenen Burg, das geht gar nicht. Wie schon mal erwähnt, Corona spielt solchen Angst-Menschen in die Karten. Man war über ein Jahr sozusagen eingesperrt, sollte, durfte niemanden treffen, nirgendwo hin, Zuhause bleiben war verordnet, und das ist ganz, ganz übel für Menschen, die sowieso Probleme damit haben, sich zu überwinden, raus in das Leben zu gehen. Da ich gesundheitliche Probleme habe, dann das Seelische dazu kommt, ist es fatal. Es macht einem das Leben verdammt schwer und man neigt dazu, immer nur am Rand zu stehen, und anderen zuzusehen. Das sollte und darf aber nicht sein. Ich versuche also, ohhmmm zu machen und mir vor Augen zu führen, daß es auch ein guter Tag, gesundheitlich, werden kann. Aber das Leben ist, wie es ist. Ich kann mich selbst auch nicht veräppeln. Die Wahrheit schlägt meist doch erbarmungslos zu. So hat jeder Mensch sein Päckchen zu tragen. Oder auch Pakete. So richtig ätzend schwere Pakete. Ein Grund, warum man nie Menschen be- und verurteilen sollte, über die man so gut wie nichts weiß. Man kennt sie nicht, ihre Geschichte, ihr Leben. Das Dahinter bleibt fast immer verborgen.

Nickname 20.07.2021, 15.37| (5/1) Kommentare (RSS) | PL

Manches (und mancher) kommt und geht, kommt und geht.

Es ist irgendwie ganz ungewohnt, morgens schon so früh den Laptop anzuwerfen. In der letzten Zeit war er manchmal den ganzen Tag aus, ich hatte nur immer mein Smartphone in der Hand, und das geht (fast) überall mit mir hin. Jetzt wieder hier zu sitzen, nachdem die Küche sauber ist, das Geschirr gespült, alles an Ort und Stelle, das erinnert mich an frühere Zeiten. Ich könnte diese Gedanken nun verklären, sagen: an bessere Zeiten, aber das stimmt so nicht. Jede Zeit hat ihre Schwierigkeiten, ihre Probleme und Sorgen. Aber in jeder Phase des Lebens gibt es immer auch die schönen Dinge. Momente, Menschen, auch Gefühle. Die Frage, die ich mir in den vergangenen Monaten gestellt habe, war eben diese: Was hat mir früher geholfen zu Leben? Und das war das Schreiben. Ich mußte es wieder wahrhaben wollen, wieder annehmen lernen, wieder zulassen. Daß das Schreiben in mein Leben zurückkehrt. Es gibt wie bei allem auch negative Erinnerungen. Vor allem in puncto Bloggen. Vor allem im Internet. Aber das Leben geht immer auch weiter, irgendwie. Und manches, was einem früher mal gut getan hat, Freude machte, einen auch erfüllte, das dann verloren ging, kann wieder zurückkehren in das Heute. Bei vielen Hobbys ist das ja so, die man vielleicht als Kind hatte, und später leben sie wieder auf und man erfreut sich erneut daran. Oder man findet neue Dinge, die einem Freude bereiten. Alles hat seine Zeit. Manches (und mancher) kommt und geht, kommt und geht, kommt und geht …

Nickname 19.07.2021, 07.56| (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Wegen Überforderung zertrampelt.

Schon zu meinen Anfängen des Bloggens anno dazumal bewunderte ich die Menschen, die so frei aus der Seele heraus schreiben konnten. Blogs schossen damals aus dem Nichts heraus. Inzwischen scheint das Bloggen immer mehr zu verschwinden, dafür sind Instagram und dergleichen der Hit. Aber mir fehlen die Blogs voller Gedanken, Gefühle und Erlebnisse der Schreiber. Nur noch sehr, sehr wenige Blogs geben einen Einblick in die Seele der Menschen. Aber gerade die mag ich am liebsten. Was geht den Menschen im Kopf herum, was berührt und bedrückt die? Wie gestalten sie ihren ganz normalen Alltag? Schade, daß so viele Ehemalige ihre Blogs verlassen oder gelöscht haben. Wie klasse wäre es, wenn noch mehr alte Blogfreunde wieder in die Tasten hauen würden und mitmachen. Gedanken sind es wert, ein Zuhause zu bekommen. Es macht Freude, sie zu teilen. In der Mode kommt alles irgendwann wieder zurück, sagt man. Vielleicht auch in Bloggerland? Der erste Schritt ist der schwerste. Aber wenn es läuft, läuft es. Meine Finger beginnen schon jetzt wieder, die Tasten zu suchen. Meine Gedanken und Gefühle möchten ein Gesicht erhalten. Beachtet werden. Nicht weggewischt mit einer genervten Handbewegung. Oder wegen Überforderung zertrampelt. Wir sind da, wir sind real, wir sind ein Teil von dir, sagen sie. Ich bin da, ich höre euch zu, sage ich.

Nickname 18.07.2021, 17.08| (6/1) Kommentare (RSS) | PL

Es ist nie zu spät, mutig den eigenen Weg zu gehen.

Die beiden Einträge von gestern habe ich mit meinem Smartphone geschrieben. Das hat super geklappt und auch das Hochladen des Fotos, direkt aus der Galerie des Smartphones heraus. So ein Luxus! Wenn ich an die Anfänge des Bloggens denke, oder an ein Leben ohne Smartphone! Ich kann es mir nicht mehr vorstellen, es gehört zu meinem Alltag fest dazu. Am Wichtigsten ist das Schreiben (mit der Familie) tagsüber, und dazu das Fotografieren. Eine richtige Kamera dafür habe ich nämlich schon lange nicht mehr, ich benutze nur noch das Smartphone. Es gibt heutzutage so viele praktische, einfach zu bedienende Dinge, die das Leben schöner und bequemer machen. Allerdings auch sehr viel Müll und Veränderungen, die so manches erschweren, auch in der Technik, oder ich bin schlichtweg zu blöd dazu! Ohne meine Kids wäre ich eh verloren, wenn mal was nicht funktioniert, wie es soll. Von Technik habe ich nunmal keine Ahnung. Ich bin noch mit einem Fernsehgerät aufgewachsen, das einen Ein- und Ausschaltknopf hatte und drei Programme. Ach ja, den Sendeschluß nicht zu vergessen …

Der Tag heute, ein Sonntag. Der viele Regen der letzten Wochen soll angeblich mal aufhören und der Sommer kommt zurück, heißt es. Gut, den brauche ich persönlich überhaupt nicht, denn ich bin ein Herbstkind, aber alles ist, wie es ist, man muß es annehmen und das Beste daraus machen.

Jedenfalls bin ich dankbar, daß ich gestern, trotz der körperlichen und seelischen Probleme, meine Familie gesehen habe, nicht die gesamte, aber einen Teil von ihr, und daß ich endlich mal wieder das normale Leben testen konnte: Bummeln gehen, ein bißchen Shoppen, zum ersten Mal seit rund einem Jahr wieder Essen gehen (in dem Center, in dem wir eingekauft haben), und daß überall Menschen waren (obwohl mir zu viele Menschen zuviel sind), einfach das pulsierende Leben spüren! Ja, ich weiß, einerseits liebe ich das, aber andererseits wird mir das schnell zuviel, eine gesunde Mischung ist das Beste. Denn wenn man monatelang nur noch Zuhause sein muß, nicht mal mehr die Familie sehen darf wie man möchte und bräuchte, dann ist das auch nicht gesund. Nicht einmal für mich. Und selbst wenn ich leide wie ein Tier, ich bin gut erzogen. Ich befolge Anweisungen von oben und Verbote. Allein schon aus Angst vor Strafe, nicht immer aus Überzeugung. Darüber läßt sich streiten … Es ist nie zu spät, mutig den eigenen Weg zu gehen. 

Nickname 18.07.2021, 08.37| (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Sich der Welt stellen.



Wir sind wieder Zuhause. Was für ein Tag. So viele Menschen, Stimmen, Geräusche, das ist man nach so langem Eingesperrtsein dank Corona nicht mehr gewohnt. Ich bin sowieso ein Mensch, der wenig unterwegs ist, Menschen in Massen eher meidet, etwas scheu ist und sich in der eigenen Burg am sichersten fühlt. Rausgehen, Weggehen, Menschen treffen, sich der Welt stellen, eher mühsam, kostet immer neu Überwindung. So ein Lockdown ist Gift für Menschen wie mich, denn er spielt uns in die Karten, uns mit Genehmigung zu verkriechen. Das ist sehr ungesund. Und umso schwerer dann, wieder neu Anlauf zu nehmen, sich den Ängsten zu stellen, die Tür zum Leben draußen zu öffnen, die Schwelle zu übertreten. Es wirft einen zurück, wenn man sagt, ich darf ... muss ... ja daheim bleiben. Aber heute war es (endlich) soweit. Rausgehen unter Menschen, hinein in ein Shopping-Center, mitten rein in den Tumult, in das wahre Leben. Und ich habe eine kleine, feine Shoppingausbeute mit nach Hause gebracht. Dazu Erinnerungen und Glücksgefühle, die das anfängliche Drama überlagern, das Drama, das meine Seele veranstaltet, wenn es raus geht, raus in das Leben.

Nickname 17.07.2021, 18.41| (3/1) Kommentare (RSS) | PL

Gedanken von der Autobahn.

Ich sitze im Auto. Auf dem Weg nach Ulm. Der Mann fährt. Wir müssen einen Teil des Staus umfahren. Es ist echtes Herbstwetter mit dickem, fettem Nebel. Termine und Unternehmungen stressen mich schon so im Vorfeld, dass mein Körper verrückt spielt. Im Prinzip fährt er alle Kriegsgeschütze auf, die er zur Verfügung hat. Und das war schon als Kind so. Fahrten sind daher Horror für mich. Selbst dann, wenn ich doch selbst nicht fahre. Und auch dann, wenn ich mich doch freue. Auf den Tag. Auf die Menschen. Und heute endlich, endlich zum ersten Mal wieder ein kleines bißchen Shoppen in einem großen Einkaufscenter. Manchmal hasse ich meinen Körper, meine Seele, die mich so ausbremsen aus dem Leben. Ich tippe mühsam Buchstabe für Buchstabe in mein Smartphone. Ob es die Gedanken in das Blog schaffen? Gedanken von der Autobahn. Hörst du, Ich, Körper, laß mich in Ruhe. Laß mich den Tag genießen. Das habe ich mir verdient. Die körperlichen Probleme sind Bezahlung genug. Lebe den Tag. Lebe das Leben.

Nickname 17.07.2021, 10.24| (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Ich hatte gute Laune. Wie kommt das?

Es gibt Phasen, die können auch sehr, sehr lange dauern, da kann ich mich an gar nichts erfreuen. Nicht mal an Dingen, die mir sonst eigentlich Freude machen, nichts hilft mir, aus dem dunklen Loch heraus zu kommen. Ich bin tatenlos, antriebslos, leer. Ich kann dasitzen und mir sagen: Tu es – mach es – jetzt – es hilft dir … Nö. Ich kann es nicht tun. Da regt sich nichts in mir. Da ist nichts. Vielleicht schaffe ich es ab und an, es doch zu tun, mich zu zwingen. An das Klavier zu sitzen z. B. Aber dann sitze ich da und arbeite das Ganze ab. Sehe nebenbei auf die Uhr, wann endlich eine Zeitspanne vergangen ist und ich aufhören kann. Soll das dann etwas sein, das einen erfüllt? Ich könnte etwas Malen. Aber allein die Vorstellung, all die Dinge dafür aus dem Schrank zu kramen, halten mich davon ab. Die Depression schlägt immer wieder erbarmungslos zu. Aber ich bin nicht depressiv. Ich habe nur schlechte Laune. Das sagte mal eine Ärztin zu mir. Okay. Ist ja auch egal, wie man es nennt. Mit Ärzten bin ich sowieso fertig.

Die letzte Nacht war wieder einmal geprägt von Schmerzen und zur Krönung des Ganzen noch ein Alptraum, der sich gewaschen hatte. Fast so gewaschen wie die Natur da draußen. Ach ja, es regnet schon wieder. Nein, es schüttet. Aus Kübeln. Sogar durch den schmalen, geöffneten Lüftungsschlitz der schrägen Dachfenster hat der Regen sich hereingemogelt. Nun gut. Oder nicht so gut. Ich stand nach der üblen Nacht auf und war erstaunt. Ich hatte gute Laune. Wie kommt das? Tatsächlich ist mir dies seltsame Phänomen noch irgendwo in den Windungen meiner Erinnerungsschleifen im Gehirn bekannt. Aus früheren Zeiten. Auch da war das Leben schon heftig. Aber ich freute mich jeden Morgen auf das Schreiben in meinem Blog. Sollte es tatsächlich möglich sein, daß diese Medizin so schnell beginnt zu wirken? Schreiben heilt? Schreiben tut der Seele gut? Schreiben, das Schreiben, das mich immer schon begleitet und erfüllt hatte? Außer in all den vergangenen, letzten Jahren? Schreiben ist Leben. Fühle ich mich jetzt lebendig, trotz allem andern, das da das Leben immer wieder ausbremst? Eines ist jedenfalls sicher. Ich habe heute gute Laune. Genügt ja auch, eigentlich.

Nickname 16.07.2021, 07.48| (6/1) Kommentare (RSS) | PL

Weil ich die Buchstaben tanzen sehe.

Es ist Abend und ich bin allein. Draußen begann erst der Regen, wieder einmal, dazu kam dann das Gewitter. Nein, schlimm war das nicht, aber ein bißchen unheimlich. Weil es viel zu viele schlimme Gewitter und Unwetter seit einiger Zeit gibt. In den Nachrichten im Fernsehen waren die unfaßbaren Ausmaße zu sehen, was das Wasser in vielen Teilen Deutschlands angerichtet hat. Und das ist nicht nur gruselig, unheimlich, sondern macht wirklich echt auch Angst.

Regen habe ich immer schon geliebt. Wenn ich im Bett liege und der Regen so schön auf das Dach prasselt, ist das die einzige Musik, die ich liebe. Und das einzige Geräusch, das mein Körper akzeptiert, um Einschlafen zu können. Alles andere ist Lärm. Die Nachbarn draußen im Sommer. Die Nachbarn in der Wohnung unter uns. Das Getrampel und Gepolter. Die Fliege, die sich in das dunkle Zimmer verirrt hat, bevor ich Fenster und Tür schloß. Und mich in den Wahnsinn treiben will. Aber Regen? Oder so ein kleines Gewitterchen? Das war immer schön. Heimelig. Irgendwie ein Gefühl von Geborgenheit, dann im Bett zu liegen, sich einzukuscheln und sich doch sicher zu fühlen. Wie so ein kleines Kind. Mama und Papa passen auf dich auf. Hab keine Angst.

Aber inzwischen bin ich erwachsen. Wer beschützt mich jetzt?

Nun ja. Bei Hagel hört der Spaß von gemütlichem Regen auch auf, wenn er auf die Dachfenster donnert, als würde er Krieg führen wollen. Da schleicht sich dann die Panik ein, die Fenster könnten kaputt gehen. In den ganzen letzten Jahren haben wir gelernt, daß auf das Wetter kein Verlaß mehr ist. Daß die schlimmen Unwetter überall und jederzeit alles vernichten können. Kleine Bächlein werden zu reißenden Flüssen. Sturm und auch Hagel zerstören ganze Dächer und Häuser. Und es passiert immer öfter und immer krasser. Der Wettermann im Fernsehen sprach gerade heute davon. Extrem lange, heiße Perioden werden sich mit extrem nassen, stürmischen Zeiten abwechseln. Die Sommer werden kaum noch durchwachsen sein, wie wir sie als Kinder noch gekannt haben. Es lebe das Extrem.

Irgendwie ja überall so … Wenn ich so nachdenke … Überall Extreme. Auch bei den Menschen. Manchmal kann man nur sprachlos den Kopf schütteln, was da so alles abgeht auf der Welt. Gerade in all den Monaten, seit Corona unser Leben bestimmt. Extreme Meinungen, Ansichten. So viel Haß und so viel Wut. So viel Verzweiflung und Leid. Extreme. Verrückt, die Welt.

Wie weit läßt man Angst zu? Nicht so weit nach vorne denken. Und schon gar nicht im Gestern verweilen. Jeden Moment mit Leben füllen. Die Fliege im Zimmer nachts lebt auch ihr Leben. Wie viele Leben hat sie wohl? Ich spüre gerade etwas Lebendigkeit in mir. Vielleicht, weil ich die Buchstaben tanzen sehe. Das bringt mich zum Lächeln. Und es regnet noch immer. Der Donner hat sich verzogen. Irgendwo Richtung Horizont. Dort kann er bleiben und der sanfte Regen darf mich in den Schlaf singen.

Nickname 15.07.2021, 20.01| (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Die Gedanken müssen an die frische Luft.

So, nun sitze ich da und habe mir dies schöne Blog eingerichtet. Stundenlang am Design gepuzzelt. Und nebenbei mein Getränk umgeworfen. Nee, kein Kaffee, tatsächlich, aber die braune Brühe hat genug Sauerrei veranstaltet. Zum Glück nicht auf dem Laptop (oder im Laptop …), sondern auf dem Boden und dem Sessel drum herum. Eigentlich hatte ich diese Woche schon die Böden gewischt. Mußte das jetzt sein? Da passe ich extra auf und stelle das Glas nicht zu nah an den Laptop. Dafür zu nah an die Kante des Schreibtisches. Selbst schuld.

Aber das ist gar nicht wichtig. Jetzt sitze ich also da und will das Blog beginnen und weiß nicht, was ich schreiben soll. Ein Blog, das ich mit Worten füllen möchte. Mit Gedanken und Gefühlen. Damit sie irgendwo mal raus können. An die frische Luft. Die Gedanken müssen an die frische Luft. Nein, nicht der Junge. Die Gedanken. Sind sie doch so irre in meinem Kopf drin, vor allem seit dieser unsäglichen Sache, die unsere Welt zum Stehen brachte. Sie drehte sich nicht mehr. Und holpert dabei immer noch herum. Na ja, lassen wir das Thema.

In all den vielen Monaten ist mir klar geworden, daß ich in meinem früheren Leben etwas hatte, das mir abhanden gekommen war. Das Schreiben. Seltsam, war es doch immer so wichtig in meinem Leben gewesen. Von klein auf. Wieso ist es verschwunden? Warum hat es sich vom Acker gemacht? Haben wir uns gestritten? Hm.

Ich beginne also ganz einfach, indem ich versuche, wieder die Buchstaben anzusehen und mich mit ihnen zu versöhnen. Mich ihnen anzunähern. Vielleicht werden wir ja wieder Freunde. Dann können die Buchstaben sich zu Worten formen und meine Gedanken kommen an die frische Luft. Einfach mal machen!

Jaja, ich weiß schon, daß ihr mich kennt. Kein Problem. Ist schon in Ordnung. Ach ja, noch eins. Gendern gibt es bei mir nicht. Ich benutze die schöne, altmodische Mehrzahl aus dem Duden. Der Leser, die Leserin, die Leser. Der Freund, die Freundin, die Freunde. Nichts für ungut. Habt ihr schon mal gemerkt, daß bei der Mehrzahl das die davor steht? 

Nickname 15.07.2021, 14.21| (5/0) Kommentare (RSS) | PL

  
  
 
   
Coffee and Words

 

Was ist schon ein Wort.

Eine Aneinanderreihung von Buchstaben.

Seltsame Schnörkel aufeinander folgend.

Kaffee, ja, Kaffee ist lebenswichtig.

Mit Milch und Zucker. Schön süß.

Das Leben versüßen.

Gemütlich dasitzen,

den heißen Kaffeebecher in der Hand.

Und die Gedanken laufen lassen. Irgendwohin.

Sollen sie doch!

Was sind schon Gedanken.

Vielleicht so etwas ähnliches wie Worte.

Sie kommen und gehen von alleine.

Okay, eher bleiben sie.

Ich könnte die Gedanken in Worte fassen.

Und sie ein bißchen in den heißen Kaffee tauchen.

Dann erschrecken sie.

Dann gehen sie vielleicht. Tschüß!

Oder ich gebe ihnen einen Platz. Keinen Raum.

Raum haben sie in meinem Kopf genug.

Raus aus meinem Kopf. Rein in das Blog.

Raus aus meinem Kaffee!

    

  

   

   

Was ich mag?

Stundenlang mit dem Löffel im Kaffeebecher kreisen.
Erst kommt der Zucker, dann die Milch in den Kaffee.
Und der Löffel bleibt beim Trinken in der Tasse!
Schon ein bißchen umständlich?
Was mag ich noch?
Schöne Worte, so wie früher.
Kein modernes Deutsch.
Schon gar kein ... wie sagt man? Denglisch?
Altmodisch könnte man das nennen.
Einfache, klare, deutliche Worte.
Fremdworte? Nö. Konnte ich noch nie leiden.
Vielleicht hatte ich auch Angst,
sie falsch einzusetzen.
Ich mag aber sowas von gar nicht Sprechen.
Ich schreibe lieber.
Oder ich habe geschrieben.?Früher.
Ist mir irgendwann und irgendwo
abhanden gekommen.
Wer sucht, der findet. Oder?
Vielleicht finde ich es wieder.
Das Schreiben.
Die Worte.
Fange ich doch einfach
mit Buchstaben an.
Schön aneinanderreihen.
Wie hübsch sie dastehen!
Geht doch!